Artikel mit Tag hoffnung
Verwandte Tags
chemnitz auto deutschland dummheit erfahrung fachhochschule filme freunde gesundheit internet kritik lan party langeweile lustiges natur party politik restaurants schicksal sport technik trauer tuning werbung datenschutz reisen terror tv chili lockpicking musik pflanzen software spiele joggen sparen kochenSonntag, 31. Januar 2010
Es wird ein neues Auto geben
Nachdem Unfall meiner Eltern vor 10 Tagen steht es nun fest: es wird ein neues Auto her müssen. Der Schaden am "alten" Citroen C5 beläuft sich auf über 22.000 €. Wie man da in den Lokalzeitungen auf einen Gesamtschaden von 26.000 € kommt, ist mir etwas schleierhaft, da noch ein weiteres Auto (Citroen C3) mit ziemlicher Sicherheit einen Totalschaden erfuhr. Aber das war wohl einfach grob geschätzt.
Artikel "Es wird ein neues Auto geben" weiterlesen
Donnerstag, 5. November 2009
So gewonnen, so zerronnen - so gewonnen?!
Meine Eltern gaben mir einen Brief von DHL. Ja, direkt von DHL, kleiner Umschlag, "Postsache", kein Absender, Recyclingpapier. Das konnte ja eigentlich nur Werbung sein - oder? Brief auf - mehrere Seiten flattern heraus. Ein grünes und ein weißes Kärtchen sowie ein gefaltetes A4-Blatt. Ich kümmerte mich erst um das grüne Kärtchen - Zollbescheinigung! Ich solle innerhalb von 7 Tagen ein Paket im Hauptzollamt abholen und dabei mitbringen: Rechnungsunterlagen, Kaufbelege und sonstige Nachweise - das Paket käme aus Kanada. Auf dem A4-Blatt stand dann schließlich auch der Absender des mysteriösen Pakets: Evolution Megastores. Noch nie gehört... oder doch? Es dämmerte mir: vor 4 Monaten gewann ich beim Gewinnspiel eines Plugins für den Windows Live Messenger und freute mich auf den Gewinn.
Da ich nun für den Zoll keinerlei Nachweise hatte, druckte ich meinen Blogbeitrag von damals aus und fuhr los. Angekommen beim Hauptzollamt fühlte ich mich vollkommen hilflos - es wimmelte förmlich vor Polizei. Ich habe ja eigentlich keine Konflikte mit unseren Gesetzeshütern, doch derartige Ansammlungen von Polizisten und ich mittendrin machten mich dann doch nervös. An der Einfahrtsschranke musste ich halten und dem Pförtner meine Zollbescheinigung entgegenstrecken. Er erklärte mir den Weg zum Hauptzollamt vor dem ich auch parkte. Gott fühlte ich mich falsch hier! Nur eine Hand voll Autos parkten vor dem Hauptzollamt, sowie zwei LKW, deren Fahrer hier wohl auch gerade die Zähne zusammenbeißen mussten.
Es half nichts - nach kurzer Suche nach dem Eingang war ich auch schon drin. Verlassene Flure, Linoleumfußboden in gelb-blau aus tiefsten DDR-Zeiten. Ob in den Wänden noch Asbest steckt? Ich versuchte einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht vollkommen aufgeregt auszusehen und ging durch die Tür, die ich als vermeintlich für mich richtig erkundet hatte. Dahinter am Schalter wartete bereits ein Zollbeamter auf mich, oder zumindest auf den nächsten "Kunden". Ich legte ihm meine Bescheinigung vor und erklärte ihm, dass ich als Nachweis tatsächlich nur diesen Blogbeitrag hätte. Zum Glück war er noch mittel-jung und nicht alt und verknöchert und er konnte meinen Ausführungen folgen. Kurze Zeit später ging er davon um das Paket zu holen.
Ich dachte schon, wenn er nun das Paket holt, wäre bereits alles vorbei, alles nur ein Irrtum, doch es kam anders. Statt des kleinen Pakets, das ich erwartete, vielleicht mit einer Actionfigur (Futter für eBay) oder einem Buch oder dergleichen polterte er mir mit einem Paket mit den Kantenlängen 50 x 50 x 30 cm entgegen - das ist riesig! Was sollte da verdammt nochmal drin sein? Mir schwante bereits, dass dieser Besuch beim Zollamt kein billiger sein würde.
Der Zollbeamte gab mir ein Cuttermesser. Als ich damit nichts anzufangen wusste, außer mich damit zu verletzen, sagte er nur: "Aufmachen!". Als ob ich eine Tür vor meiner Nase hätte und mich partout weigerte, diese auf Befehl mit einem Tritt aus den Angeln zu befördern.
Ich öffnete also das Paket und staunte nicht schlecht. Obenauf erstmal ein großer Zettel "Congratulations - you have won ..." bla bla. Dann darunter (der Zollbeamte schrieb emsig mit) 5 kleine Harry Potter Actionfiguren, 1 riesige Büste von Fred und George Weasley, 2 große Harry Potter Puppen und zwei Actionfiguren von Guitar Hero. Doch halt - da war ja noch was. Vier weiße, längliche Schachteln mit einem Glasbruch-Symbol drauf. Diese mussten auch noch geöffnet werden: "Ach du grüne Neune!" - Zauberstäbe, gebettet in Samt, mit "Echtheitszertifikat". Von Harry höchstpersönlich, von Mad Eye Moody, Lord Voldemort und Hermine Granger. Erste Materialanmutung: gar nicht so übel (teils Holz, teils Metall, teils Plastik). Doch was ist das ganze Zeug wohl wert?
Ich wurde hinausgeschickt, da jetzt der Wert des Gesamtpakets bestimmt werden musste. Das Warten nahm kein Ende und schließlich spielte ich irgendwas auf dem Handy, als es plötzlich ungeduldig hinter der Tür klingelte und schließlich mein Name gerufen wurde. Ich ging hinein und man rechnete mir vor, dass der Wert des Pakets rund 200 € betrage. Hat der gerade Euro gesagt und nicht Dollar? Himmel hilf - das Paket kommt doch aus Kanada - man rechnet Dollar nicht einfach 1:1 in Euro um! Doch Widerstand ist ja bekanntlich zwecklos. Hätte ich mich dazu entschlossen, das Paket nicht anzunehmen, hätte ich pro Woche Lagergebühren bezahlen müssen, bis ich es irgendwann abholen würde (oder dazu gezwungen werde). Ich wurde erneut hinausgeschickt: Berechnung der nachzuzahlenden 19% Mehrwertsteuer und 6 - 8 % Zollgebühr. Dass ich für das Ganze nicht einen einzigen Cent bezahlt hatte, interessierte den Zollbeamten dabei nicht im Geringsten.
Also wartete ich erneut 15 Minuten und man bat mich wieder hinein. Nun die Rechnung: 54,24 €. Heilige ... -s Kanonenrohr! Doch ich hatte keine Wahl, bezahlte und durfte das Riesenpaket endlich mit nach Hause nehmen. Die Enttäuschung war groß - über 50 € für etwas, das ich gewonnen hatte!
Zu Hause landete das Paket erstmal in einer Ecke. Erstmal Schokolade essen, ruhige Musik hören, das Gemüt wieder auf Trab bringen. Nun, 5 Stunden nach Empfang des Pakets, traute ich mich, nochmals hineinzusehen. Kurz vorher dachte ich noch daran, gleich alles wegzuwerfen, doch ich versuchte es mal beim bekannten Onlineauktionshaus eBay. "Zauberstab Harry Potter" war meine erste Eingabe und ich fand Zauberstäbe für 10 - 30 € zuzüglich Versand. Welche hatte ich nun hier liegen? Die hochwertigen sahen meinen nicht unähnlich, doch erst ein großes Bild konnte alle Zweifel zerstreuen. Jeder dieser 4 Zauberstäbe in meinem Paket ist knappe 30 € Wert und wird den Händlern dafür auch noch aus der Hand gerissen. Ungeheuerlich! Das dicke Minus durch die Zollgebühren war augenblicklich, zumindest voraussichtlich, ausgebügelt. Die kleinen Actionfiguren aus dem Harry Potter Universum gibt es hier zudem nicht zu kaufen, gehen aber im Ausland insgesamt für einen Zehner weg. Hier hat sie noch niemand angeboten - Versuch macht klug! So geht es durchweg mit dem Paket. Nichts darin ist wirklicher Wegwerfkram, der nicht verkauft werden kann. Selbst habe ich eher weniger Verwendung dafür und kann eigentlich kaum glauben, dass Leute dafür Geld ausgeben, doch es soll mir recht sein.
Der Tag ist gerettet. Darauf gleich noch ein Stück Schokolade.
Freitag, 25. September 2009
Das seltsamste Ereignis meines Lebens
Heute habe ich das mit Abstand seltsamste Ereignis meines Lebens gehabt. Eigentlich war heute nicht viel, wir haben einen Spieleabend gemacht, ich hab 2 Freunde nach Hause gefahren und bin dann selbst nach Hause gefahren. Auf dem Nachhauseweg bemerke ich ein Taxi an einer Bushaltestelle, eine Frau läuft darauf zu. Die Frau muss einfach zum Taxi gehören, denn sie hat nur ein kurzes schwarzes T-Shirt an. Dann bin ich auch schon vorbeigefahren.
Ich drehe meine übliche Runde um den Park, fahre in die erste Einfahrt zu unserer Straße und fahre einmal um den ganzen Block. Kein Parkplatz da, zumindest, wenn ich nicht unter Bäumen parken möchte (verlieren grad so viel Laub). Ich fahre also wieder auf die Bergstraße und nehme die 2. Einfahrt zu unserer Straße. Tatsächlich, ein Parkplatz. Ich rangiere ein. Aus dem nichts klopft es plötzlich gegen eine Scheibe - ein Adrenalinschub geht durch meinen Körper. Hätte ich beinahe jemanden überfahren? Ich habe sehr gewissenhaft in die Spiegel geguckt, aber vielleicht nicht genug?
Ich schaue durch die Scheibe an meiner Seite. Die Frau, die ich oben am Taxi gesehen habe, steht neben meinem Auto mit verschränkten Armen. Ich lasse den Motor laufen, stelle die Musik ab und öffne die Tür (warum ich die Scheibe nicht geöffnet habe, weiß ich auch nicht). Die Frau ist etwa 25 Jahre alt, hat leuchtend rote schulterlange Haare, tatsächlich nur ein kurzes schwarzes T-Shirt mit weißen Absetzungen an, Jeans und Turnschuhe. Die Arme hat sie nicht einfach so verschränkt, sie friert - kein Wunder bei 14 Grad Außentemperatur. Sie hat ein großes Pflaster am linken Arm und sehr verweinte Augen.
Ich sage hallo. Sie grüßt mich auch und fragt mich, ob ich Sie in die Nähe des Stadtbads fahren könnte. Was ist da nur passiert? Sie steht spät Abends, für dieses Wetter falsch gekleidet, mit den Tränen kämpfend, aus dem nichts neben meinem Auto, ist anscheinend die Strecke vom Krankenhaus bis zu mir gelaufen, konnte das Taxi nicht nehmen (kein Geld?) und bittet mich, sie zu fahren. Will sie mir etwas böses? Doch ich habe die Tür schon offen, für Überlegungen ist es eh zu spät. Ich lege meine Skepsis komplett ab und glaube nur an das Gute im Menschen. Ich bitte sie, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen und öffne ihr die Tür von innen.
Auf der Fahrt versuche ich zu erfahren, was ihr passiert ist. Ob alles in Ordnung ist (natürlich nicht!), ob sie ausgeraubt wurde. Doch sie antwortet mir nur, dass sie nicht darüber sprechen möchte. Und weint leise in sich hinein. Soetwas habe ich noch nie erlebt. Ich bohre nicht weiter, sie scheint es ungeheuerlich mitzunehmen. Ein paar kurze Fragen nach der Fahrstrecke stelle ich noch, sonst bleibe ich still. Das Radio ist ebenfalls noch abgeschaltet, doch ich frage nicht, ob sie Radio hören möchte, das erscheint mir zu gezwungen.
Wir sind da, in der Nähe des Stadtbads. Ziemlich dunkel. Kommen jetzt von überall Leute herbeigesprungen, um mich aus dem Auto zu zerren? Nichts geschieht, ich soll sie einfach auf einem großen Platz absetzen. Ich frage sie, ob sie noch jemanden anrufen möchte und tippe auf die Tasche meiner Jacke, in der mein Handy ist. Sie reagiert nicht auf die Frage. Sie sagt, dass sie hier hoffentlich jemanden findet (den Vornamen weiß ich, aber ich möchte ihn hier nicht veröffentlichen), sagt mir, dass ich ein "unglaublich netter Mensch" bin. Ich danke ihr. Sie steigt aus. Ich möchte sie eigentlich noch fragen, ob ich hier warten soll, schließlich ist sie viel zu kalt gekleidet, doch sie hat die Tür schon geschlossen und läuft auf die Häuser zu. Hoffentlich hat sie den Hausschlüssel.
Die Situation lässt mich komplett ratlos zurück. Ich fahre nach Hause und parke mein Auto an der Stelle, an der sie mich ansprach. Wird sie zurückkommen, wenn es ihr besser geht, und mir einen Zettel hinterlassen? Das Auto findet sie an derselben Stelle wieder. War es überhaupt gut, was ich getan habe? Sie hätte auch aus dem nahe gelegenen Krankenhaus kommen können. Ich entschließe mich, keinen Gedanken weiter in die Situation zu investieren und mein Erlebnis in meinem leicht verwaisten Blog niederzuschreiben. Ich lege meine Erfahrungen hier ab, nicht zuletzt vielleicht in der Hoffnung, dass sie diesen Beitrag hier findet. Doch ich glaube eigentlich nicht daran, denn wonach sollte sie schon suchen? Nun, ich wollte mir keine Gedanken weiter machen.
Hoffentlich geht es ihr gut und allen, die in diese seltsame Sache involviert sind.
Ich drehe meine übliche Runde um den Park, fahre in die erste Einfahrt zu unserer Straße und fahre einmal um den ganzen Block. Kein Parkplatz da, zumindest, wenn ich nicht unter Bäumen parken möchte (verlieren grad so viel Laub). Ich fahre also wieder auf die Bergstraße und nehme die 2. Einfahrt zu unserer Straße. Tatsächlich, ein Parkplatz. Ich rangiere ein. Aus dem nichts klopft es plötzlich gegen eine Scheibe - ein Adrenalinschub geht durch meinen Körper. Hätte ich beinahe jemanden überfahren? Ich habe sehr gewissenhaft in die Spiegel geguckt, aber vielleicht nicht genug?
Ich schaue durch die Scheibe an meiner Seite. Die Frau, die ich oben am Taxi gesehen habe, steht neben meinem Auto mit verschränkten Armen. Ich lasse den Motor laufen, stelle die Musik ab und öffne die Tür (warum ich die Scheibe nicht geöffnet habe, weiß ich auch nicht). Die Frau ist etwa 25 Jahre alt, hat leuchtend rote schulterlange Haare, tatsächlich nur ein kurzes schwarzes T-Shirt mit weißen Absetzungen an, Jeans und Turnschuhe. Die Arme hat sie nicht einfach so verschränkt, sie friert - kein Wunder bei 14 Grad Außentemperatur. Sie hat ein großes Pflaster am linken Arm und sehr verweinte Augen.
Ich sage hallo. Sie grüßt mich auch und fragt mich, ob ich Sie in die Nähe des Stadtbads fahren könnte. Was ist da nur passiert? Sie steht spät Abends, für dieses Wetter falsch gekleidet, mit den Tränen kämpfend, aus dem nichts neben meinem Auto, ist anscheinend die Strecke vom Krankenhaus bis zu mir gelaufen, konnte das Taxi nicht nehmen (kein Geld?) und bittet mich, sie zu fahren. Will sie mir etwas böses? Doch ich habe die Tür schon offen, für Überlegungen ist es eh zu spät. Ich lege meine Skepsis komplett ab und glaube nur an das Gute im Menschen. Ich bitte sie, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen und öffne ihr die Tür von innen.
Auf der Fahrt versuche ich zu erfahren, was ihr passiert ist. Ob alles in Ordnung ist (natürlich nicht!), ob sie ausgeraubt wurde. Doch sie antwortet mir nur, dass sie nicht darüber sprechen möchte. Und weint leise in sich hinein. Soetwas habe ich noch nie erlebt. Ich bohre nicht weiter, sie scheint es ungeheuerlich mitzunehmen. Ein paar kurze Fragen nach der Fahrstrecke stelle ich noch, sonst bleibe ich still. Das Radio ist ebenfalls noch abgeschaltet, doch ich frage nicht, ob sie Radio hören möchte, das erscheint mir zu gezwungen.
Wir sind da, in der Nähe des Stadtbads. Ziemlich dunkel. Kommen jetzt von überall Leute herbeigesprungen, um mich aus dem Auto zu zerren? Nichts geschieht, ich soll sie einfach auf einem großen Platz absetzen. Ich frage sie, ob sie noch jemanden anrufen möchte und tippe auf die Tasche meiner Jacke, in der mein Handy ist. Sie reagiert nicht auf die Frage. Sie sagt, dass sie hier hoffentlich jemanden findet (den Vornamen weiß ich, aber ich möchte ihn hier nicht veröffentlichen), sagt mir, dass ich ein "unglaublich netter Mensch" bin. Ich danke ihr. Sie steigt aus. Ich möchte sie eigentlich noch fragen, ob ich hier warten soll, schließlich ist sie viel zu kalt gekleidet, doch sie hat die Tür schon geschlossen und läuft auf die Häuser zu. Hoffentlich hat sie den Hausschlüssel.
Die Situation lässt mich komplett ratlos zurück. Ich fahre nach Hause und parke mein Auto an der Stelle, an der sie mich ansprach. Wird sie zurückkommen, wenn es ihr besser geht, und mir einen Zettel hinterlassen? Das Auto findet sie an derselben Stelle wieder. War es überhaupt gut, was ich getan habe? Sie hätte auch aus dem nahe gelegenen Krankenhaus kommen können. Ich entschließe mich, keinen Gedanken weiter in die Situation zu investieren und mein Erlebnis in meinem leicht verwaisten Blog niederzuschreiben. Ich lege meine Erfahrungen hier ab, nicht zuletzt vielleicht in der Hoffnung, dass sie diesen Beitrag hier findet. Doch ich glaube eigentlich nicht daran, denn wonach sollte sie schon suchen? Nun, ich wollte mir keine Gedanken weiter machen.
Hoffentlich geht es ihr gut und allen, die in diese seltsame Sache involviert sind.
Dienstag, 9. Juni 2009
Warum ich die Piratenpartei gewählt habe
Ja, ich war ein Teil der 0,9 % der Wähler, die in Deutschland die Piratenpartei bei der Europawahl gewählt haben. Doch warum unterstütze ich diese Partei, verheißt Sie laut einschlägigen (falschen) Medienberichten doch den sicheren Untergang der Zivilisation, des geistigen Eigentums und Urheberrechts und ist die angebliche Partei des Torrent-Portals The Pirate Bay?Ich habe die Piraten gewählt, da ich keine Lösung darin gesehen habe, die "etablierten" Parteien zu wählen. Was bringen mir CDU, SPD, FDP, Grüne oder gar Die Linke? Haben diese Parteien in den vielen Jahren ihres Sitzes im Europaparlament jemals irgendetwas fürs Volk getan? Selbstverständlich haben sie das. Das möchte ich auch gar nicht abstreiten. Doch waren wir mit der Gesamtsituation zufrieden? Gab es nicht jahrelange Zerregelung der verschiedensten unwichtigsten Themen? Haben uns nicht viele Vorschläge zur Überwachung der EU-Bürger und der angeblichen Erhöhung der Sicherheit des Einzelnen betroffen, sprachlos gemacht vor so viel Starrsinn, die Freiheit des Bürgers immer mehr zu beschränken?
Meiner Meinung nach kann man mit den "großen" Parteien keinen Blumentopf mehr gewinnen. Sie sind zu lange schon etabliert, als dass sie wirklich noch die Interessen der Bürger vertreten können. Aus diesem Grund habe ich die Piratenpartei auch nicht ohne ein gewisses Zeichen des Protests setzen zu wollen, gewählt. 0,9 % - das heißt, dass fast jeder hundertste deutsche Bürger den Protest gewählt hat.
Doch wofür stehen die Piraten denn nun eigentlich? Grundsätzlich für den Abbau des Überwachungsregimes, Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung, Sicherung des Datenschutzes, Einführung eines neuen, gerechteren Urheberrechtes, das den kleinen Privaten, der sich eine CD von einem Freund kopiert und damit erheblich der Musikindustrie schadet (Achtung, Ironie!) nicht kriminalisiert. Und das ist es mir wert, zu meiner Wahl zu stehen.
Die Piratenpartei hat in ihrer Wiki auch einen (noch in Bearbeitung befindlichen) Kodex verfasst, welcher kürzestmöglich auflistet, wofür die Piratenpartei steht. Wie diese Punkte umgesetzt werden, das steht natürlich noch aus, doch dass man es überhaupt in Angriff nimmt, ist die Unterstützung dieser Partei bereits wert - denn die anderen Parteien erwähnen die aufgeführten Punkte nicht einmal.
Die Piraten wollen auch in den Deutschen Bundestag einziehen, dazu gibt es eigens in Deutschland die Piratenpartei Deutschland, die die gleichen Werte vertritt wie ihr "großer Bruder". Um das zu erreichen, benötigt die Piratenpartei Deutschland allerdings noch Unterstützungsunterschriften. Man wählt die Partei damit nicht - man ermöglicht ihr lediglich den Einzug. Und schon zur Diversifizierung unserer Parteienlandschaft sollte man das tun.
Ich freue mich auf Kommentare - auch gern, ob ihr eine Unterstützungsunterschrift geleistet habt.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Wieviel Stress ein vergessenes Portmonee bereitet
Also zu meiner Lieblings-SB-Box bei Aral und alles fein gewaschen. Da ich heute sehr viel kleines Geld hatte, legte ich mein Portmonee für leichteren Zugriff auf dieses Steuerungsteil für die verschiedenen Waschprogramme. Dann fuhr ich mein Auto zum Trocknen und Wachsen auf einen Staubsaugerplatz, trocknete es ringsum und trug eine Schicht Wachs auf.
Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: das Portmonee liegt noch auf dem Steuerteil! Zumindest glaubte ich das. Doch auf der Steuerung lag es nicht mehr - hatte ich es vielleicht doch eingepackt? Nach fast 30 Minuten Suche und Befragung aller auf dem Waschplatz versammelten Leute, ob sie ein Portmonee auf dem mittleren Waschplatz gesehen hätten, war mein Portmonee immer noch nicht in Sicht. Auch in der Tankstelle war es nicht abgegeben worden (was ich, wenn ich eins gefunden hätte, auf jeden Fall getan hätte).
Der Inhalt war brisant: Ausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, Krankenkarte, Bankkarte, Studentenausweis... zum Glück nahezu kein Bargeld (vllt. 2 €). Wenn das alles wegkäme, wäre eine sehr stressige Zeit angebrochen - das alles neu zu beantragen würde tagelang dauern.
Nun fuhr ich also nach Hause, konnte niemanden anrufen und auch nur hoffen, dass jemand zu Hause ist - schließlich hatte ich keine Schlüssel. Und es war auch jemand zu Hause. Als ich die Straße entlanglief und meine Mutter schon aus dem Fenster schaute war es mir bereits klar: der Finder hatte angerufen, und so war es auch. In dem Moment in dem ich hier schreibe, holt mein Vater das Portmonee beim Finder ab. Finderlohn wird es dann wohl auch geben müssen. Warum der Finder es allerdings mit sich genommen hat, ist mir immer noch nicht ganz klar - ganz ehrlich finde ich das nicht (zumal ich direkt vor der Waschbox auf meinem Staubsaugerplatz Wachs auftrug, 10 m Luftlinie). Doch ich bin froh, dass ich es überhaupt wiederbekomme.
Update: Soeben habe ich das Portmonee wiederbekommen - natürlich ist noch alles drin. Ein älterer Herr, TU-Professor, wenn ich meinen Vater richtig verstanden habe, hatte es gefunden. Er hatte es mitgenommen, damit nicht irgendwer es liegen sieht und sich dann an der Tankstelle herausgeben lässt. Hm, naja ok. Schön, es wiederzuhaben
Sonntag, 15. März 2009
Besuchermag.net gewinnt bei Schenkblog.de
Ich habe selten etwas gewonnen (bisher war es nur mal ein nutzloser Brockhaus in einem Band - nein, auch nicht geldwert
Gesponsort wird das ganze von einem Service, der nur Shops auflistet, bei denen man per Rechnung zahlen kann. Das werde ich mir doch auch gleich mal unter die Lupe nehmen
Dienstag, 23. September 2008
"Oh Lord, please gib mir meine Language back!"
...dies ist ein Zitat aus einem Lied der Wise Guys mit dem Namen "Denglisch". Nun glaubt man ja, dass dieses Lied augenzwinkernd gemeint ist und darauf anspielen soll, dass die deutsche Sprache mal so klingen könnte, doch dass das noch in weiter Ferne ist, wir aber aufpassen sollen, dass es am besten gar nicht so kommt.
Nun, schön und gut, doch heute wurde ich mir bewusst, dass diese Art zu sprechen gar nicht so ungewöhnlich sein muss. Denn als ich heute gegen 22 Uhr mit dem Bus vom Billard nach Hause fuhr, hörte ich ein Handytelefonat mit (ja, ich gebe zu, ich bin einer von denen, der dann besonders genau hinhört - vielleicht gibts ja was interessantes).
Das Telefonat (die Seite, die ich hören konnte) ging etwa so: "Jo hi. Hier ich. Jo du... ich... wann groovts morgen? ... yeah for sure gehts klar. Wo gehts dann dancen? ... Hm yeah, ich bin dann da in town."
Wie sehr hoffe ich doch, dass das ein Einzelfall bleibt. Es handelte sich bei dem Telefonierenden weder um einen offensichtlichen Immigranten, sondern um ein ganz gewöhnliches Chemnitzer (Haupt?-)Schul-"kind". Zum Glück ist mir ein derart übler Fall des Sprachverfalls bisher erst dieses eine mal untergekommen.
Habt ihr so etwas auch schon erlebt?
Nun, schön und gut, doch heute wurde ich mir bewusst, dass diese Art zu sprechen gar nicht so ungewöhnlich sein muss. Denn als ich heute gegen 22 Uhr mit dem Bus vom Billard nach Hause fuhr, hörte ich ein Handytelefonat mit (ja, ich gebe zu, ich bin einer von denen, der dann besonders genau hinhört - vielleicht gibts ja was interessantes).
Das Telefonat (die Seite, die ich hören konnte) ging etwa so: "Jo hi. Hier ich. Jo du... ich... wann groovts morgen? ... yeah for sure gehts klar. Wo gehts dann dancen? ... Hm yeah, ich bin dann da in town."
Wie sehr hoffe ich doch, dass das ein Einzelfall bleibt. Es handelte sich bei dem Telefonierenden weder um einen offensichtlichen Immigranten, sondern um ein ganz gewöhnliches Chemnitzer (Haupt?-)Schul-"kind". Zum Glück ist mir ein derart übler Fall des Sprachverfalls bisher erst dieses eine mal untergekommen.
Habt ihr so etwas auch schon erlebt?
Freitag, 1. August 2008
Bald keine GEZ-Gebühren mehr für PCs
Herrlich, wenn sich endlich mal jemand traut, sich gegen Willkür aufzulehnen. Hat nicht jeder schonmal überlegt, ob es wirklich rechtmäßig ist, pauschal für jeden PC, den man besitzt, Rundfunkgebühren an die GEZ entrichten zu müssen?
Nun hat ein Anwalt vorm Verwaltungsgericht Koblenz die Pauschalgebühren für PCs mit Internetanschluss geklagt und Recht bekommen. Man erklärt es als verfassungswidrig, dass von der GEZ monatlich 5,52 € allein für den Besitz eines PCs mit Internetzugang (und somit auch Zugang z.B. zu Internetradios) zu verlangen.
Der Anwalt benötigt seinen PC mit DSL lediglich für die Recherche im Internet und nicht, um damit Radio zu hören. Das Gericht definierte damit, dass GEZ-Gebühren nur für Empfangsgeräte angebracht seien, die explizit zu diesem Zweck geschaffen worden sind - und da gehören Computer nicht hinein, denn sie verfolgen viel vielfältigere Zwecke. Das Gericht sah somit das Grundrecht auf Informationsfreiheit eingeschränkt.
Die Berufung wurde zugelassen, nun ist interessant, ob die GEZ sich wehren wird oder ob sich bald für Büros (und Studenten
) eine Gebührenentlastung erreichen lässt.
Den Pressetext findet man hier.
Nun hat ein Anwalt vorm Verwaltungsgericht Koblenz die Pauschalgebühren für PCs mit Internetanschluss geklagt und Recht bekommen. Man erklärt es als verfassungswidrig, dass von der GEZ monatlich 5,52 € allein für den Besitz eines PCs mit Internetzugang (und somit auch Zugang z.B. zu Internetradios) zu verlangen.
Der Anwalt benötigt seinen PC mit DSL lediglich für die Recherche im Internet und nicht, um damit Radio zu hören. Das Gericht definierte damit, dass GEZ-Gebühren nur für Empfangsgeräte angebracht seien, die explizit zu diesem Zweck geschaffen worden sind - und da gehören Computer nicht hinein, denn sie verfolgen viel vielfältigere Zwecke. Das Gericht sah somit das Grundrecht auf Informationsfreiheit eingeschränkt.
Die Berufung wurde zugelassen, nun ist interessant, ob die GEZ sich wehren wird oder ob sich bald für Büros (und Studenten
Den Pressetext findet man hier.
Montag, 28. April 2008
Matthias gehts besser
Eigentlich ist die Nachricht nicht ganz taufrisch, trotzdem sollte ich es mal erwähnt haben, dass es meinem damaligen Fahrlehrer Matthias wieder wesentlich besser geht. Die Hirnblutung hat sich eingestellt, die Schwellung ist weg und er liegt nicht mehr in der Intensivstation, sondern macht schon seine ReHa. Die wird aber wohl noch eine lange Zeit dauern, denn Sprache und Bewegungsabläufe scheinen ziemlich mitgenommen zu sein. Wichtig ist aber, dass er noch lebt und auch eine Aussicht darauf besteht, dass er nach der ReHa nahezu normal weiterleben kann.
Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute und hoffe, dass er schnell und vollkommen genest.
Ich hoffe, er schaltet irgendwann mal wieder sein Diensthandy ein, darauf wird er wohl Dutzende von SMS haben, die ihm seine ehemaligen Fahrschüler geschickt haben, um ihm alles Gute zu wünschen.
Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute und hoffe, dass er schnell und vollkommen genest.
Ich hoffe, er schaltet irgendwann mal wieder sein Diensthandy ein, darauf wird er wohl Dutzende von SMS haben, die ihm seine ehemaligen Fahrschüler geschickt haben, um ihm alles Gute zu wünschen.
Geschrieben von Sebastian Flemig
in Leben
um
14:48
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: gesundheit, hoffnung
Donnerstag, 27. März 2008
Warum trifft es immer die Guten, die Besten, die Einzigartigen...
Es gibt Menschen, die bedeuten einem einfach viel mehr als andere. Dazu gehören (bei den meisten) die Eltern, die Geschwister, Freunde... in meinem Fall schließt dies auch meinen damaligen Fahrlehrer mit ein. Vor etwas mehr als einem Jahr hat mich Matthias, so heißt er, im Autofahren unterrichtet, ist manches mal an mir verzweifelt und hat mich aber mit Ruhe, Gelassenheit und einer Freundlichkeit, die Seinesgleichen sucht, schließlich dazu gebracht, die praktische Prüfung zu bestehen.Er war umgezogen, hatte einen neuen Job in einer anderen Stadt bekommen, ich habe ihn lange nicht gesehen. Und nun, vor wenigen Wochen, erfuhr ich, dass es ihm sehr schlecht geht - Diagnose: Hirnblutung. Natürlich ist das nicht das Ende aller Tage, sage ich mir, bei der heutigen medizinischen Entwicklung kann man so etwas nicht nur überleben, sondern auch danach wieder nahezu voll einsatzfähig sein.
Heute habe ich nun mitgeteilt bekommen, dass sein Zustand sich sehr verschlechtert hat. In einem Kraftakt riss er sich vom Bett, alle Kabel abreißend und hinter sich herziehend und fiel schließlich erschöpft um. Um ihn keiner weiteren Gefahr durch sich selbst auszusetzen, versetzte man ihn in ein künstliches Koma.
Ich habe noch nie einem Menschen derart die Daumen gedrückt, dass er seine Krankheit doch bitte überstehe. Matthias hat es einfach nicht verdient. Ein solcher Ausbund an Liebenswürdigkeit hat kein Recht darauf, sterbenskrank zu sein!
Im Namen aller früheren Fahrschüler Matthias' möchte ich ihm alles Gute und eine erfolgreiche Genesung wünschen. Er darf den Kampf nicht aufgeben, die Hoffnung ist allgegenwärtig.
Sollte mich die Nachricht erreichen, dass sich sein Zustand so verbessert hat, dass er Besuch empfangen kann, so möchte ich zu den ersten gehören, die ihm eine weitere gute Genesung wünschen.
(Seite 1 von 1, insgesamt 10 Einträge)


Kommentare