Als ich heute im Bus nach Hause fuhr, habe ich ein neuzeitliches Phänomen derart drastisch präsentiert bekommen, dass ich mir vornahm, dafür extra einen Blogeintrag zu schreiben. Die alltägliche Hektik, die einen Großteil der Bevölkerung - auch mich - befallen hat.
Ich hatte im Bus einen Sitzplatz und neben mir saß schon seit geraumer Zeit eine Frau mittleren Alters. Vor meiner Haltestelle wollte ich sie höflich ansprechen mit den Worten: "Entschuldigen Sie, würden Sie mich bitte, wenn der Bus dann steht, aussteigen lassen?". Soweit so gut, ich wollte nicht, dass sie vor dem Spurwechsel, den der Bus an der Stelle immer macht, schon aufsteht, weil es einen dort ordentlich hin- und herbeutelt.
Ich komme genau bis zu den Worten: "Entschuldigen Sie...", als sie aufspringt und mir bedeutet, dass ich durch kann. Der Bus wechselt die Spur und die Frau fliegt fast der Länge nach hin, kann aber noch nach einer Stange greifen. Genau so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Nur warum sind die Leute so hektisch? Hätte ich nicht auch sagen können, dass ich in 2 Haltestellen raus muss? Dann wäre sie umsonst hingefallen, hätte sich wieder neben mich gepflanzt und hätte später erneut aufstehen müssen.
Leider muss ich zugeben, dass auch mich die Alltagshektik gern greift. Wenn ich z.B. einen Termin habe, bis zu dem es noch reichlich Zeit ist, ertappe ich mich trotzdem manchmal dabei, wie ich mir selbst Druck mache und versuche, schnellstmöglich dorthin zu kommen. "Oh nein, die Bahn ist weg - mein Ziel 10 Minuten entfernt, noch 30 Minuten Zeit, die nächste Bahn kommt in 10 Minuten.", was mache ich also? Genau, ich sprinte zur nächsten Bahn, die auch dorthin fährt, anstatt einfach auf die nächste zu warten. Warum, kann ich mir im Nachhinein auch nicht erklären...
Dienstag, 14. Oktober 2008
Alltägliche Hektik - nur warum?
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Die Hetze ergreift die Busfahrer
Wie war das nochmal mit der allgemeinen Hektik? Jetzt hat es auch noch die Busfahrer erwischt, die doch eigentlich sonst den Stoizismus selbst und damit auch eine innere Ruhe verkörperten. Doch mit der Ruhe war - zumindest bei dem Exemplar von heute - Sc
Wie war das nochmal mit der allgemeinen Hektik? Jetzt hat es auch noch die Busfahrer erwischt, die doch eigentlich sonst den Stoizismus selbst und damit auch eine innere Ruhe verkörperten. Doch mit der Ruhe war - zumindest bei dem Exemplar von heute - Sc
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Aufgenommen: Okt 22, 22:49
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Ich bin jem., der immer erst aufsteht, wenn der Bus steht und hatte heute eine Frau(~58) neben mir sitzen auf der Heimfahrt und hab sie kurz vor der Haltestelle fragen wollen, nach den ersten 2 Worten von mir steht sie auf: "Sie wollen hier raus?"
Vielleicht will ich auch (wenn sie nicht gerade ~58 ist) nach ihrer Telefonnummer fragen und sie fällt mir ins Wort und sagt: "Sie wollen hier raus?"
Aber würdest du auch eine schnelle Schlagzahl vorlegen, wenn du nur 10 Minuten mit dem Rad bräuchtest, aber 20 Minuten zur Verfügung hast? Genau das ist mein Problem...
Der Rest spricht die leute nämlich genau dann an wenn er raus will.
Ich halte es zudem für übertrieben, sich derart viele Vorüberlegungen über eine simple Frage des Aussteigens zu machen. Wenn die Frau nicht sofort hätte aufspringen müssen, wäre sie auch nicht um ein Haar hingefallen, denn meine Frage hätte die implizite Warnung vor dem Schlenker enthalten, hätte sie zugehört. Aber ich denke ich stelle meine Frage in Zukunft um: "Steht der Bus, lassen Sie mich aussteigen?". Klingt absolut verquer, ist grammatikalisch gerade noch erträglich und so ungewöhnlich, dass der Angesprochene erst denkt, nicht wegen des Aussteigens angesprochen zu werden. Das gibt mir eine größere Sicherheit, dass derjenige sich die Frage erst komplett anhört, bevor er agiert.
Und die Strecke vom Hbf nach Hause ist sehr wohl länger als die von vielen, die sich sonst auch setzen :D, immerhin fahre ich etwas mehr als die halbe Strecke, die der Bus insgesamt zurücklegt. Und nachdem man mehrere Stunden in der FH und im Zug gesessen hat, muss man sich einfach nach den vielen Anstrengungen setzen und ausruhen